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Festung Friedrichsort

Dieser Ort kann als Keimzelle des heutigen Friedrichsort bezeichnet werden. 1632 beauftragte der dänische König Christian IV. den Bau einer Festungsanlage an der schmalsten Stelle der Kieler Förde zum Schutz vor den feindlichen Schweden.
Die Umgebung der Festung nannte er „Priesorth“ und die Festung selbst „Christianspries“. Die 1637 fertig gestellte Anlage wurde bereits kurz nach seinem Tod aus politischen Gründen durch seinen Sohn Friedrich III. geschleift, jedoch in den Jahren 1663-1690 größer und kampfbereiter wieder aufgebaut. Festung und Umgebung heißen seither Friedrichsort. Friedrich III. verkaufte das durch die dänische Krone erworbene Gebiet des Gutes Seekamp wieder, bis auf das Areal der Festung mit 32 Hektar und zusätzlichen 110 Hektar Land. Diese 110 Hektar, die zur Grassodengewinnung dienen sollten (Grassoden stellen die effektivste und schnellste Sicherung von Erdwallanlagen vor Erosion dar) umreißen exakt den heutigen Kieler Stadtteil Friedrichsort. Eine baugleiche Festung ist heute in hervorragendem Bauzustand in Kopenhagen zu besichtigen.

Nach der preußischen Übernahme wurden die in dänischer Zeit errichteten Gebäude entfernt oder wesentlich verändert. 1869 und 1876 entstanden die Kasematten in gelbem Backstein, die als einzige Bauwerke bis heute erhalten geblieben sind. Ursprünglich mit Erdreich überdeckt, wurden sie nach dem Ersten Weltkrieg freigelegt. Auch die Außenanlagen der etwa 120 Meter im Geviert messenden Anlage zeigen sich heute wesentlich verändert. Ursprünglich präsentierten sie sich mit fünf Eckbastionen, drei seeseitig und zwei landseitig, grasgedeckten Wällen und Gräben. Der Nordwall wurde bereits 1919 in den Festungsgraben geschoben, der westliche Graben wurde 1965 zugeschüttet. Heute verbirgt hoher Bewuchs die Wallanlagen zum größten Teil. Seit 2005 belebt der Verein „Freunde der Festung Friedrichsort“ mit Führungen und Veranstaltungen den historisch bedeutsamen Ort. Im Jahr 2006 ging die Liegenschaft in Privatbesitz über.

Eine ausführliche historische Darstellung der Festung Christianspris und später Friedrichsort finden Sie in dem Buch "Festung und Kaserne in Friedrichsort" von Georg Spielvogel und Gerd Schöneich.